TOURDATA
Bahnhofstraße 13, 4655 Vorchdorf
Im Workshop Familiengeschichte(n) und Erinnerungskultur mit Historikerin und Jiddistin Sandra Franz (Leitung NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld) widmen wir uns Fragen wie: Wie sich reflektiert mit der eigenen Familiengeschichte und erzählten Geschichten beschäftigen? Wie können wir dabei im Spannungsfeld zwischen versuchter Objektivität und Emotionalität vorgehen und was kann uns dabei unterstützen? Welches Level an Distanz ist hier überhaupt möglich? Welche Bedeutung hat die Erinnerung an die NS-Zeit für heute? Welche Rolle spielt dabei Geschlecht und welche Denkstrukturen wirken in gegenwärtigen Auseinandersetzungen weiter?
Sandra Franz gibt außerdem einen Überblick, wie Menschen sich allgemein zur Familiengeschichte im Nationalsozialismus positionieren, welche Interpretationen vorherrschend sind und was wir dazu aus Studien wissen. Außerdem führt sie aus, welche konkreten Schritte man bei einer solchen Familienforschung selbst unternehmen kann.
Teilnahme und Anmeldung
Maximal 12 Teilnehmer*innen, Teilnahme kostenlos.
Bitte um Anmeldung bis 13. April 2026 bei tamara.imlinger@servus.at
Arbeiten mit eigenen und anderen Quellen
Die Workshopleitung Sandra Franz wird neben Einblicken zu Arbeitsweisen und Zugängen zum Thema auch die Gelegenheit geben, selbst mit Material zu arbeiten. Wenn Teilnehmer*innen möchten, können sie dafür persönliche Objekte, Briefe, Dokumente, erzählte Geschichten oder welches Material mit Familienbezug sie auch immer beschäftigt, mitbringen. Es gibt abgesehen davon auch die Möglichkeit, mit Quellen zu arbeiten, die Sandra Franz zur Verfügung stellt, um sich ggf mit dem Thema Familienforschung auseinanderzusetzen, ohne dabei in die Auseinandersetzung mit der eigenen Familie zu gehen.
Das Handeln von Menschen verstehen
Um Menschenrechte heute besser verstehen und verteidigen zu können, ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen, was alles dazu beiträgt und beigetragen hat, wenn Menschen Menschenrechte verletzen, wie wir uns etwa in der NS-Zeit verhalten haben und wie wir heute mit diesem Erbe umgehen, aus dem heraus die Notwendigkeit dieser Auseinandersetzung und 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrecht entstanden ist. Dabei wird klar unterschieden zwischen den 1930er und 1940er Jahren und heute – wo liegen Kontinuitäten, wo Unterschiede? Welche gesellschaftlichen Mechanismen konnten erfolgreich implementiert werden, um Menschenrechte heute besser zu schützen und wo ist die Transferleistung gescheitert?
Sandra Franz ist Historikerin und Jiddistin und leitet die NS-Dokumentationsstelle in Krefeld.
Eine Veranstaltung des Vereins Geschichte(n) für alle
Der Verein Geschichte(n) für alle beschäftigt sich mit Verknüpfungen von Geschichten, Narrativen, Erzählstrukturen und Zeitgeschichte. Dabei werden vor allem Fragestellungen in den Fokus gerückt und es wird dazu ermutigt, selbst Fragen zu stellen. Umgesetzt werden vor allem partizipative Projekte mit Fokus auf Bezügen der NS-Zeit zur Gegenwart.
https://gfa.or.at
Gefördert durch die Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung