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Zum vierten Mal findet in Deutschland eine „Woche gegen Einsamkeit“ statt, an der sich erstmals auch die Universitätsstadt Marburg mit einem Veranstaltungsprogramm beteiligt. Die evangelische und die katholische Kirche sind zwei der Kooperationspartner, die Angebote dazu beisteuern und ihre Kompetenzen in der Seelsorge einbringen.
„Kirchengemeinden waren schon immer Orte, wo Menschen einander begegnen und miteinander in Kontakt kommen“, sagt Pfarrerin Bettina Mohr von der evangelischen Trinitatisgemeinde in Wehrda. Sie hatte die Idee, sich mit einem besonderen Gottesdienst unter dem Motto zu beteiligen, mit dem die ganze „Woche gegen Einsamkeit“ überschrieben ist: „gemeinsam statt einsam“. Denn auch Gottesdienste bieten Räume für Begegnung, für Miteinander und Kontakt, so Mohr.
Im Raum der Elisabethkirche sollen aber nicht nur Begegnungen stattfinden, sondern es werden sich auch verschiedene Gruppen und Initiativen mit ihren jeweiligen Angeboten vorstellen. Dazu zählt unter anderem das Mütterzentrum Marburg. „Oft ist Einsamkeit auch ein Problem für alleinerziehende Mütter“, erklärt Bettina Mohr. Sina Gattinger wird die Trauerspaziergänge der Johanniter vorstellen und Margarete Deist das Plaudercafé sowie weitere Angebote des Vereins „Gut älter werden in Wehrda“.
Einsamkeit ist aber nicht nur ein Thema für Ältere, ganz im Gegenteil – zahlreiche Umfragen und Studien belegen, dass gerade junge Menschen betroffen sind. Deshalb ist auch die Evangelische Jugend Marburg (ejm) zu Gast. Markus Klonk von der ejm wird mit Mitarbeitenden des Jugendhauses „compass“ und des „Queer&friends“-Cafés auch bereits am Samstag beim Sommerfest für Allein- und Getrennterziehende vor dem Erwin-Piscator-Haus mit einem Mocktail-Stand präsent sein und alkoholfreie Cocktails anbieten.
Schon ganz am Anfang der Bibel, in der Schöpfungsgeschichte heißt es, „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“. Das ist auch ein Auftrag an die moderne Kirche, so Pfarrerin Bettina Mohr. Und am Ende können die Besucherinnen und Besucher kleine Karten mitnehmen, mit denen man einen anderen Menschen zu einer gemeinsamen Aktivität einladen kann – vielleicht ein kleiner Anstoß, um Einsamkeit zu überwinden und in Kontakt zu anderen zu kommen. Der Gottesdienst in der Elisabethkirche beginnt am Sonntag, den 21. Juni um 10 Uhr.
Gemeinsam mit ihrer Kollegin Aline Seidel aus Dreihausen wird Bettina Mohr dann auch am Nachmittag beim großen Picknick im Northhampton-Park dabei sein, das die Stadt mit vielen lokalen Akteuren organisiert. Dort wird sich der Spieletreff der Trinitatisgemeinde Wehrda präsentieren und Pfarrerin Aline Seidel hat eine „Plauderbank“ organisiert, auf der Menschen mit den Pfarrerinnen und miteinander ins Gespräch kommen können. Die ejm ist auch hier wieder mit dabei und bringt
die „Ansprechbar“ mit – ihr kleines mobiles Jugendzentrum, mit dem sie in Marburg unterwegs ist. Auch gegen Einsamkeit.
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